11. Dezember 2016

Jessica Clare - "Perfect Passion, Stürmisch"

Als Single-Frau lebe ich überwiegend in Abstinenz. Deswegen muss ich mir Romantik, Liebe und Sex auf eine andere Art besorgen. Ich gestehe, zu meinem Lieblingsgenre gehört die erotische Literatur. Deshalb habe ich auch eines meiner Lieblingsbücher als ersten Beitrag gewählt, den ich mit dir teilen möchte.
Ich hoffe, er gefällt dir!


Buch:

Perfect Passion
; Stürmisch; Band 1
Bastei Lübbe Verlag, 2014
Preis: 8,99 Euro
E-Book, 232 Seiten


Inhalt:


Brontê arbeitet als Kellnerin und gewinnt bei einem Radiosender eine Reise auf die Bahamas. Das zweite Ticket schenkt sie ihrer Arbeitskollegin Sharon. Diese nimmt sie nur mit, weil keiner ihrer Freunde Zeit für einen Urlaub findet.
Schon auf der Fahrt dahin macht Sharon Brontê das Leben schwer. Eigentlich wollte sie diese Reise voll auskosten und genießen. Doch das zu kleine Zimmer, der dürftige Service und Sharon selbst ersticken jede Hoffnung auf einen schönen Urlaub im Keim. Als dann auch noch ein Orkan aufkommt, ist der Urlaub gänzlich ruiniert. Das Dilemma ist nur noch dadurch zu toppen, dass Brontê, während alle wegen des Orkans abreisen, im Fahrstuhl stecken bleibt.

Kann es noch schlimmer kommen?

Ja!
Denn mit ihr im Fahrstuhl ist Logan Hawkings, der arrogante und selbstgefällige Milliardär, der so gar nichts von ihrem hysterischem Gekichere hält.


Meine Meinung:


Jessica Clare widmet sich hier der erotischen Literatur.
Ihr Schreibstil ist schlicht, gut verständlich und sie hat die besondere Gabe, durch wenige Worte ein genaues Bild von Personen und Geschehnissen zu zaubern.

Der 29-jährige Protagonist Logan Hawkings, ein Milliardär.
Maßgeschneiderte Anzüge, arrogantes Auftreten, trainierter und fitter Körper.
Diesen Typ Mann hatte ich sofort vor Augen.
Zwei Jahre vor dem Aufeinandertreffen von Logan und Brontê starb Logans Vater, zu dem er ein schlechtes Verhältnis hatte. Dieser familiäre Hintergrund und Logans damalige feste und einzige Beziehung zu Dancia, seiner Ex-Verlobten und eine „geldgeilen Schlampe“ (seine Worte, nicht meine! ;-) ), bilden den Grundstein seines distanzierten Verhaltens gegenüber Brontê.
Logan gehört einer geheimen Bruderschaft an, sowie fünf weitere Freunde aus Collegezeiten. Mittlerweile fast alle Milliardäre und im gleichen Alter. Alle attraktiv, aber alle decken unterschiedliche Charaktere ab. Sein bester Freund Hunter ist da wohl die einzige Ausnahme. Stark vernarbt hält er sich aus vielen Diskussionen raus und genießt hauptsächlich die Gegenwart seiner Freunde. Diese Bruderschaft dient dazu, sich gegenseitig Tipps über lukrative Geschäfte zu geben. Gegenseitig investieren sie ineinander und füllen somit ihr Bankkonten – dank kalkulierten und inszenierten Gewinnen – noch mehr auf.
Hunter war es auch, der Logan den Tipp für das heruntergekommene Ressort auf den Bahamas gegeben hat. Dort sucht man einen Investor, um es wieder aufzubauen und lukrativ zu machen.
Da er sich seit Dancia der Arbeit verschrieben hat und keine Beziehung länger als eine Nacht hält, erwägt er es tatsächlich, den Urlaub, den er laut seinen Freunden dringend nötig hat, als Geschäftsreise zu tarnen.
Auf mich macht Logan einen dominanten und gleichgültigen Eindruck. Zwar sexy, aber unsympathisch. Wirklich wohlfühlen würde ich mich in seiner Gegenwart nicht.

Brontê, eine junge, 24-jährige Frau. Witzig, klug und attraktiv (all das was ich auch gerne wäre :-) ) wird von mir sofort ins Herz geschlossen. Ich meine, wer könnte eine Frau mit diesem Namen nicht mögen?
Ihr hysterisches Gekicher in Situationen, in denen sie überfordert ist, macht sie nur umso liebenswerter. Auch die Tatsache, dass Brontê ständig irgendwelche Philosophen zitiert, wirkt charmant.
Im Moment arbeitet Brontê als Kellnerin. Aber eigentlich hat sie einen Abschluss in Philosophie und Geschichte. In Kansas City, ihrer Heimatstadt, sind Jobs in diesem Bereich jedoch wenig vorhanden. Deshalb ist sie in ihrem Studentenjob hängengeblieben und kämpft sich so durch das Leben.
Als sie dann bei einem Radiosender eine Reise auf die Bahamas gewinnt, kann sie ihrem Glück kaum glauben. (Könnte mir so etwas nicht auch mal passieren? :-) ) Keiner ihrer alten Studienkollegen und Mitbewohner hat Zeit, da sie alle richtigen Jobs nachgehen. Da bleibt nur Sharon... Eine Arbeitskollegin, die sich ihr regelrecht aufdrängt.

Sharon ist eine von den nervigen Frauen. Immer am Nörgeln und Jammern. Nie zufrieden geht sie Brontê schnell auf die Nerven. Schon nach kurzer Zeit bereut Brontê es, Sharon überhaupt mitgenommen zu haben.
Außerdem ist Sharon chaotisch und egoistisch. Im Urlaub hält sie sich meist alleine an der Bar auf, ohne an Brontê zu denken und schmeißt ihre Kleidung überall im gemeinsamen Zimmer hin. Dazu verbraucht sie das ganze heiße Wasser und alle Handtücher.

Brontê würde ja auch alleine etwas unternehmen, doch es regnet schon seit Tagen. Also vertreibt sie sich die Zeit mit Lesen.
Aber die Hoffnung auf Sonne stirbt zuletzt!
Nun, es kommt immer anders als man denkt...
Es zieht nämlich ein Orkan auf. Beide Frauen sind gezwungen, eilig ihre Sachen zu packen, denn die gesamte Insel wird evakuiert.
In der Halle kann Sharon aber ihren Pass nicht finden. Sie bittet Brontê, zurück auf das Zimmer zu gehen und nachzuschauen, während sie an der Bar sucht. (Das ist doch wohl der Gipfel!!)
Brontê, reichlich verärgert, macht sich auf den Weg, findet nichts und will wieder zu den wartenden Bussen, die sie zum Flughafen bringen sollen. Als sie in den Fahrstuhl steigt, befindet sich bereits ein Mann darin, den sie nicht weiter zur Kenntnis nimmt. Anzug, weißes Schild. Mehr kann sie von ihm nicht sehen, da nur die Notbeleuchtung vorhanden ist und er teilweise im Schatten steht. Er kommt aus der obersten Etage. Die werden meist von den oberen Hotelangestellten bewohnt.
Toll! Sie ist mit dem Hotelmanager im Fahrstuhl.

Die Panik, alle Busse könnten schon ohne sie gefahren sein und die ewige Durchsage der Angestellten, die um schnelle Evakuierung bitten, machen Brontê immer nervöser.

Kann es etwa noch schlimmer kommen?

Es kann.
Der Strom fällt aus und die beiden stecken im nun dunklen Fahrstuhl fest.
Clare beschreibt diesen Moment, wie Brontê auf die Knie sackt und hysterisch anfängt zu lachen, so bildlich, dass auch ich mitten in der verzwickten Situation stecke. Sogar hier auf meiner Couch lache ich hysterisch. (Ach du Schande. Was soll das denn jetzt?)
Ich komme gar nicht mehr aus dem Grinsen raus, denn nun beginnt ein Wortgefecht zwischen Brontê und Logan. Einfach köstlich, wie sie mit Zitaten alter Philosophen nur so um sich schmeißt. Sie beschimpft ihn. Macht ihn als Manager sogar für die Situation verantwortlich. Und sagt ihm, er solle sich nicht wie ein arrogantes Arschloch benehmen.
Einer von vielen lauten Lachern, die das Buch mir geschenkt hat.

Und so geht es dann auch weiter mit den beiden.
Eine witzige Beziehung beginnt. Erst ist Logan noch unsympathisch, doch er entwickelt sich schnell zum Retter und erlangt den Heldenstatus. Irgendwann sehen sie sich dann auch bei Licht und die sexuelle Spannung steigt. Auch bei mir zu Hause. Diese sollte unbedingt gestillt werden. Mehrere Tage alleine auf einer einsamen Insel mit Adonis, denn alle anderen sind wirklich ohne die beiden abgereist.
Wer träumt nicht davon?!

Ihr erster Sex ist ebenfalls sehr schön. Kein „hau drauf-Sex“, sondern Hingabe, Leidenschaft und der große Wunsch, den Anderen in all seinen Facetten zu entdecken. Clare verliert sich hier ins Detail. Das macht die Situation so lebendig, das ich als Leserin... ähhh lassen wir das! :-)

Schließlich werden sie doch gerettet. Jetzt erfährt Brontê ,dass er nicht der Manager, sondern der Besitzer des Hotels und ein Milliardär ist.
Schwer enttäuscht von seinen Lügen nimmt sie Reißaus.
Doch Logan wäre nicht Logan, wenn er sich nicht das holen würde, auf das er mittlerweile nicht mehr verzichten will. Kurzerhand kauft er das Café, in dem sie arbeitet. Nach einer herzergreifenden Rede von ihm geht Brontê mit ihm nach New York.

Sie erleben ein paar schöne Tage. Er kleidet sie ein und sie gehen auf Partys. Immer begleitet von ihrem Gekichere. Es könnte alles so schön sein.
Brontê plagen jedoch Zweifel. Sie ist nur eine Kellnerin. Kann sie ihm genug sein? Und dann das viele Geld, das er für sie ausgibt.
Dancia spielt auch eine kurze Rolle, als sie auf Brontê trifft und ihr Gift versprüht.
Als Brontê Logan ihre Liebe gesteht und er nichts darauf erwidert, bricht ihr das Herz.
Logan ebenfalls voller Zweifel, ob Brontê nicht doch nur scharf auf seinen Geld ist, unterzieht sie einem Test. Schließlich hat er viel Erfahrung mit solchen Frauen.
Großer Fehler!!!
Sie verlässt ihn enttäuscht und findet Unterschlupf bei Gretchen, einer Ghostwriterin und die Schwester von Logans persönlicher Assistentin.

Wochen vergehen, in denen er sie nicht finden kann. Doch der Zufall ist auf seiner Seite. Wieder kauft er das Café, in dem sie jetzt mit Gretchen arbeitet. Wieder eine herzergreifende Rede, doch diesmal lässt sich Brontê nicht so leicht zurückerobern. Sie treffen eine Abmachung und es ist süß mitzuerleben, wie Logan erneut um sie wirbt.

Natürlich endet das Buch mit einem Happy End. ;-)


Fazit:


Wie du dir bestimmt denken kannst, fand ich dieses Buch fantastisch!
Die vielen Charaktere sind mir ans Herz gewachsen. (Außer Dancia!)
Wenn es auch ein für mich befriedigendes Ende hatte, so war ich doch traurig. Ich hätte gerne mehr über die beiden gelesen.
Doch es gibt ja insgesamt sechs Bücher dieser Reihe und vielleicht bekomme ich nochmal den Genuss, etwas über sie zu erfahren.
In Band 2 geht es übrigens um Gretchen und Hunter. Ich freue mich schon darauf! :-)

Ich empfehle dieses Buch Lesern, die nicht nur auf „Shades of Grey- Sex“ stehen. Und die ihre Zeit gerne mit einer schönen Romanze verbringen.

Einziger Kritikpunkt von mir ist, dass alle noch sehr jung und doch schon so erfolgreich und erwachsen sind. Etwas unglaubwürdig. Aber mit einem Augenzwinkern kann ich dieses kleine Detail übersehen.

Von mir gibt es für dieses Buch fünf von fünf Sternen. Jessica Clare ist definitiv eine meiner Lieblingsautorinnen.

*****


Weitere Informationen auf meiner Facebook-Seite.

Kommentare:

  1. Liebe Heike,
    ich fand deine Rezension sehr amüsant und zutreffend. Du hast den Charme des Buches gut erfasst und wiedergegeben. Ich habe das Buch selbst gelesen und habe, dank deiner Rezension, Lust, es direkt ein zweites Mal zu lesen.
    Du bist ein bisschen zu nett zu Clare, da das Buch meiner Meinung nach ein paar Mängel aufweist. Ich hätte nur 3,5 Sterne gegeben.
    Trotzdem habe ich deine Meinung gern gelesen.
    Danke dafür und liebe Grüße!

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    1. Kann mich diesem Kommentar nur anschließen! Super Feedback! Schöne Rezension!

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  2. Schöne Rezension. Werde das Buch lesen. :-)

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  3. Schon lustig, wie sich dein Stil in der kurzen Zeit verändert hat. Mal schauen wie die Rezensionen in einem Jahr aussehen werden. :-D

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  4. Mein erstes Werk an Kreativität, ziemlich lang und voller Optimismus :-)
    Auch ich muss immer wieder lachen, wenn ich sie lese. Ich denke, dass hier ganz klar deutlich wird, dass ich dieses Buch liebe.

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