31. Oktober 2017

Halloween

Gastbeitrag zur Thematik „Halloween“ von F. Krafzig

Halloween
– Ein Tag, den Kinder mit Süßem und gruseligen Kostümen verbinden und Erwachsene mit der ständig läutenden Türklingel und dem Chaos, den das Kürbisschnitzen veranstaltet.

Der Ursprung des schaurigen Festes liegt im Katholizismus der britischen Inseln. Durch die vermehrte Auswanderung der Iren im 19. Jahrhundert verbreitete sich das beliebte Volksfest schnell in den Vereinigten Staaten und Kanada. Doch woher kommen die bekannten Bräuche, die uns schon in den frühsten Kindertagen nahe gebracht werden?

Der Kürbis: Der Brauch, die beleuchteten Fratzen in der Dunkelheit strahlen zu lassen, hat seine Wurzeln in einer irischen Sage. Nachdem der Bösewicht Jack Oldfield auf eine List des Teufels hereinfällt, wird ihm nach seinem Tod der Zugang zum Himmel verwehrt. Der Teufel erbarmt sich und schenkt Jack eine glühende Kohle und eine Rübe, damit er sich im Dunkeln zurecht findet. Um die bösen Geister abzuschrecken, schnitzt man die verzerrten Fratzen.

„Süßes, sonst gibt’s Saures!“: Wenn der genervte Nachbar seine Süßigkeiten nicht mit dir teilen möchte, dann bleibt dir nur eines übrig: Du spielst ihm einen Streich! Während die meisten Kinder dabei ihre Mitmenschen mit harmlosen Späßen wie Stinkbomben, verfaulten Eiern oder auch Lärm ärgern, gibt es auch leichte bis schwere Fälle von Sachbeschädigungen. Doch woher kommt der leckere Brauch?
Das Sammeln von Leckereien geht auf eine walisische Tradition zurück, bei der die ärmeren Angehörigen einer Gemeinde um die Häuser zogen und für verstorbene Vorfahren Lebensmittel als Opfergaben sammelten. Dabei trugen sie Masken, um die Verstorbenen zu verkörpern und/oder um sich vor bösen Geistern zu schützen. Eine Verweigerung von Gabe führte zu Beschädigungen des Besitzes.

Verkleidungen: Die Wurzel der Maskierung liegt in der Religion. Masken wurden zu ihren Anfängen hauptsächlich bei rituellen Tänzen genutzt, um Schutzgottheiten anzubeten und böse Geister abzuschrecken. Die erlesenen Materialien der Maske wurden an ihren Nutzen angepasst. Am bekanntesten sind wohl die Totenmasken, die seit der Antike angefertigt wurden, um die Verstorbenen vor Unheil zu bewahren.

Hier sind fünf schaurig, schöne literarische Werke, die den Halloween-Abend komplettieren. Die Reihenfolge spielt übrigens keine Rolle.

1) Edgar Allan Poe - „Das verräterische Herz“ (1843):
Jeder sollte wenigstens eine Kurzgeschichte des US-amerikanischen Schriftstellers gelesen haben. Poe ist vor allem für seine Kriminal- und Horrorliteratur bekannt. „Das verräterische Herz“ handelt von der Vertuschung eines Mordes und einem sehr aufdringlichem Herzpochen. Absolut lesenswert!

2) Thomas Harris - „Das Schweigen der Lämmer“ (1988):
Keine leichte Lektüre, aber umso unterhaltsamer. Harris weiß, wie er eine unheimliche Atmosphäre schafft und wie verrückt die menschliche Psyche wirklich ist. In dem zweiten Teil (nach Erscheinungsjahr) der Hannibal-Reihe ist das FBI auf der Suche nach dem Serienmörder Buffalo Bill, der junge Frauen entführt, um ihnen die Haut abzuziehen. Nur mithilfe des genialen Kannibalen Hannibal Lecter könnte ein weiterer Mord verhindert werden. Übrigens sorgt auch der erste Teil der Reihe „Roter Drache“ für Gänsehaut!

3) Mirjam Mous - „Boy 7“ (2011):
Dieses Buch ist aus dem Bereich „Jugendlektüre“. Auch wenn es nicht ganz so schaurig ist wie die schon genannten Bücher, ist es voller Mysterien, Spannung und einer interessanten Geschichte. Die Hauptfigur Boy 7 hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß weder, wer er ist, noch wo er ist und wohin er gehört. Der einzige Anhaltspunkt ist eine Sprachnachricht auf der Mailbox seines Handys, in der er selbst sagt: „Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei!“. Boy 7 deckt seine Geschichte nach und nach auf und wir als Leser sind dankbar für jeden Hinweis, den uns das Buch liefert. Super spannend!

4) E.T.A. Hoffmann - „Der Sandmann“(1816/17):
Ein deutscher Klassiker der Schauerliteratur. Hoffmann thematisiert die Sagenfigur Sandmann, die uns heute als sympathisches Männchen aus dem Fernsehen bekannt ist. In Hoffmanns Roman ist der Sandmann aber alles andere als nett. Er streut den Kindern, die nicht schlafen gehen wollen, Sand in die Augen, bis diese blutig herausspringen und verfüttert diese dann an seine Raubvögel. Die Hauptfigur der Geschichte Nathanael fühlt sich von diesem schaurigen Gefährten verfolgt und verliert langsam den Verstand. Das Ende lässt einen sprachlos zurück!

5) Heinrich Hoffmann - „Struwwelpeter“ (1844/45):
Die Bilderbuchsammlung des Psychiaters Hoffmann bietet eine gute Gelegenheit, sich zusammen mit seinen Kindern zu gruseln. Denn neben verbrennenden Mädchen, abgeschnittenen Daumen und verhungernden Jungen finden sich in der Geschichtensammlung auch einige Schocker für Erwachsene. Seltsam, dass man als Kind die Geschichten als gar nicht so grausam wahrgenommen hat, wie sie tatsächlich sind, nicht wahr?


Der Bücherblog-Freyheit wünscht dir ein schaurig-schönes Fest!


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